ZT habe ich vor 40 Jahren gelesen…

ZT habe ich vor 40 Jahren gelesen, liegend, jedesmal den Beginn und das Ende der Lesezeit mit hauchzartem Bleistift vermerkend. Und den BB habe ich noch immer abonniert. In den vier Jahrzehnten sind gewaltige Romanweltreiche zu meiner Lesebiographie hinzugekommen. Um nur die (in alphabetischer Reihenfolge) zu nennen, die für mich noch heute Maßstäbe setzen: Roberto Bolano, (Jorge Luis Borges, dessen Werk sich zu den großen Romanen verhält wie die negative Theologie zur „positiven“), Heimito von Doderer, Albert Paris Gütersloh, A.F.Th. van der Heijden, (jetzt gerade Haruki Murakami mit „1Q84“), Vladimir Nabokov, Wolf von Niebelschütz, Thomas Pynchon, Albert Vigoleis Thelen – von den Klassikern ganz zu schweigen. Da fällt es mir nicht leicht, abermals wieder die roten Ohren zu bekommen. Und dann ist da plötzlich doch etwas da, schon auf der zweiten Seite des „Schauerfeldes“: „Kühe & Wolken: Sinnbilder voneinander“. Sinnbilder mithin, nicht einfach nur klecksographische Parodien, sondern: Embleme! Auf solche nanopoetischen In(ter)ventionen beginne ich mich zu freuen.

Hermann Wallmann, geboren 1948 in Rheine/Westfalen; Studium der Germanistik, Theologie  und Erziehungswissenschaft in Münster. Seit 1974 Gymnasiallehrer in Münster-Wolbeck. Literaturkritiken, Aufsätze. Seit 1998 Mitglied im P.E.N. Zentrum Deutschland.

hallo, ekliges deutschland? schmidts „seelandschaft mit pocahontas“

 

Erzählung. Erschienen 1955.

79 Seiten (S. Fischer-Ausgabe, Frankfurt am Main 2001)

Figuren / Plot:  Wikipedia (Link)  |  Goodreads (Link)

Mein zweites Buch von Arno Schmidt.

Arno Schmidt "macht es dem gutwilligen Leser sehr leicht, wenn nur die Hemmschwelle erst überwunden ist. Dann ist Schmidt witzig, spannend, amüsant, unterhaltsam und belehrend; subtil und doch bodenständig; weder feinsten Sprachspielen noch gröbsten Kalauern abgeneigt; ein umgänglicher Avantgardist", bloggt André Möller hier (Link).

Es stimmt: Schmidt ist kein "schwerer" Autor; das Schmidtlesen macht wenig Mühe, der grüne Leuchtstift hat sehr viel zu tun, denn jeder Satz ist ein Bild. Ein Scherz. Eine Gedankenpirouette. Ein Verweis. In jede Richtung darf man graben, aber aus keiner kommt schweres Geröll, in dem man stecken bleiben muss.

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hallo, mehrwert? eine auswahl.

 

Arno Schmidt schreibt in "Seelandschaft mit Pocahontas" über das Lesen:

"Im Leben kann man höchstens 100 Autoren richtig kennenlernen, mehr Zeit hat man nicht…"

Er fordert auf, schlechte und unwichtige Autoren wegzulegen. So schaut der Ich-Erzähler Joachim, ein ärmlicher Schriftsteller und Weltkriegsveteran, "seinem Mädchen" kurz dabei zu, wie sie ein frommes Büchlein liest, das (reale) "Gott weiß den Weg" von Günther Schmieder.

"und ich schlug misstrauisch auf : '… wie eines atmend Fischlein Kiemen …..' owehoweh !"

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hallo, wahrheit? eine enthüllung.

 

In einem der erfolgreichsten Filme der Fünfziger Jahre verkleiden sich Jack Lemmon und Walter Matthau als Nonnen und schmuggeln sich ins Konvent einer blutjungen Ordensschwester, gespielt von Marilyn Monroe. Der Film heißt "Mönche mögen's heiß" und ich war fünf, sechs Jahre sicher, dass er existiert. Wie oft "las" ich diesen Filmtitel in den serifenlosen, selbstbewussten Buchstaben der TV Movie-Filmkritiken? Immer "Mönche". Nie "Manche".

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