Schau er fällt

Dehael hat den sAUschweren Kartong meinem Nach:t:barn ausgehändigt, dort verSAUerte er dry:tagelang, weil Mister RUHte, wenn ich munter war. Dann heute, fast noch nachts, klingelte ich mit bl:EI:schweren Li(e)dern spontan, mein Nac:kt:bar sprang aus der W:Anne und konnte sich fast „nüscht“ mehr umhängen, als er mir den Kartong aushändigte.

 

Heute später Nach:t:mittag hing mein Kater aus=und=quer(er)gelesen auf Zettel‘s Traum, sein tRaum wa(h)r er geworden. Katers Birne = jetzt voll.

Mal ganz ehrlich: „Zettel’s Traum“ hatte ich zuletzt vor einigen Jahren aus dem langsam zerfallenden Pappschuber gezogen, als es darum ging, eine konkrete anderswo zitierte Stelle zu überprüfen. Das ist das Problem mit einem Mehrkilobuch im Überformat, das eigentlich nur deshalb im Regal steht, weil es während des Studiums einmal halbwegs billig zu haben war. Damals, Mitte der Neunziger, war mir allmählich klargeworden, daß die seinerzeit noch im Haffmans Verlag publizierte „Bargfelder Ausgabe“ der Werke ungeachtet des monotonen Prospektvermerks „in Vorbereitung“ nicht so rasch mit einem gesetzten Exemplar würde aufwarten können. Und wenn es denn doch einmal klappen sollte, dürfte es kaum preiswerter werden als im Antiquariat.

Beides stimmte. Das Warten zog sich noch anderthalb Jahrzehnte hin, und selbst die broschierte Studienausgabe kostet jetzt fast 200 Euro und umgerechnet damit einiges mehr, als ich damals in D-Mark bezahlt habe. Aber nun könnte „Zettel’s Traum“ wirklich benutzbar werden, denn der erste Eindruck eines der vier „Hefte“ – wenn man das Wort angesichts einer jeweiligen Stärke von beinahe 400 Seiten gebrauchen darf – wird bestimmt von einer geradezu sagenhaften Leichtigkeit.

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schauerfeld.de

Am 1. Oktober 2010 erscheint Arno Schmidts Zettel’s Traum in gesetzter Fassung. Aus diesem Anlass werden Schriftsteller, Kritiker und Wissenschaftler sich zum Teil erstmals, zum Teil an eine wiederholte Lektüre dieses Riesenbuches machen und hier im Blog Mitteilungen über diese Lektüre geben.

Im Hintergrund stehen Fragen wie die, wie sich dieses Werk heute, nach 40 Jahren, lesen lässt, wie unterhaltsam so eine Lektüre sein kann oder ob Arno Schmidts Schreibweise Anstoß für heutiges Schreiben sein kann.

Über 1500 Seiten hat die neue, gesetzte Ausgabe von Zettel’s Traum und das im Großformat. Mehr Stoff also als die meisten Leser während dieses befristeten Projektes werden bewältigen können. Folglich wird hier auch nur ein Anlauf unternommen, ein Einstieg in die Lektüre.

Es gibt keine Vorgaben. Fast alles ist erlaubt. Neue, kreative, spielerische Lektüren, Notizen, Einfälle, Kommentare. Bilder, Videos, Töne. Und: alle Leser sind eingeladen, sich mit Kommentaren zu beteiligen und zu diskutieren.