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Schreiben ist Arbeit, ist Dienst und Fron. Das Werk als megalomanes Grab. Ein buchstabiles Gegengewicht zur verlorenen Lebenszeit, die Brotberuf und Krieg für Arno Schmidt im nachhinein bedeuteten. Doch diese Hoffnung ist nur ein Witz. Dazu ist der Schacht zu tief, der Zwang zu deutlich. Wie durchsichtig das im Schreiben wird, ist zugleich der Zugang für die Lektüre.

Am 20. Januar 1967 schreib Arno Schmidt in einem Brief an Hans Wollschläger:

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erstes Blättern im Schauerfeld, was mir dabei einfällt und was ich dann tue …

Ich liege auf dem Bett meiner Essener Wohnung, neben mir neue Bücher, und blättere in den Kopien von „Schauerfeld“, dem ersten Buch von Zettel’s Traum. Ich blättere nur, lese noch nicht, und bin hingerissen, bin beeindruckt von der typographischen Leistung Friedrich Forssmans, denn ich ahne nicht nur, ich weiß vielmehr, wie komplex, wie schwierig diese Arbeit gewesen sein muß … Und während ich die Seiten langsam, ganz langsam umblättere, während ich sie wie Einzelbilder betrachte, erinnere ich mich an Begegnungen mit Ernst Krawehl, Schmidts erstem Verleger und lebenslangem Lektor, der unweit von meiner Essener Wohnung gelebt hat … Weiterlesen