PopSchmidt, Schluß; oder: Was hat ZT mit „Eve of Destruction“ zu tun?

In „Zettel’s Traum“ kommt alles entweder „irgendwie“ vor oder ist zumindest „irgendwie“ damit verknüpft (= verknüpfbar). Also:

Ganz am Ende, auf den Seiten 1492-93 (klingt wie die Entdeckung Amerikas) der Neuausgabe, wird rechts am Rand von zwanzig bis null runtergezählt, „Ignition“ und „Lift off“ könnte uns dazu einfallen, aber das hat Schmidt „einfach nur“ aus „Finnegans Wake“ geklaut, nämlich vom Ende jenes Kapitels, das Joyce dreispaltig angelegt hat. (Nö, Zufall ist das nicht.) Die Mittel- gleich Hauptkolumne endet mit einer geöffneten, aber nicht wieder geschlossenen Klammer: „(: ›Excellenz fliegn am ganzn Leibe!‹ . . .“; das ist, wie Schmidt-Veteranen natürlich wissen, ein Zitat aus Otto Nebels „Zuginsfeld“. Und zwischen diesem Nebelzitat und dem Countdown, in einer Zwischenspalte, steht eine weitere Klammer, diesmal eine geschlossene: „( : No wheel to my wagon. Still I’m rowling along. )“ Weiterlesen

Arno-Schmidt-Pastiche-Wettbewerb?

Seit Wochen liege ich jetzt auf den Knien vor dieser editorischen Großtat und bewundere die Arbeit der Herausgeber, Zettels Traum in ein solches Megabuch verwandelt zu haben, das man auf seinen Knien selbst gar nicht lesen kann. Ich liege also auf diesen Knien und lese und muss mir mit jedem Tag mehr eingestehen, – es sind nicht die Knie meines Herzens.

Das scheint bei den meisten, die zu diesem Blog beisteuern, anders zu sein. Rührend bewegt mich die Arno- Schmidt- Anverwandlungsproasa, die hier vielfach produziert wird. Ist das hier eigentlich ein Schmidt-Pastiche-Wettbewerb? Weiterlesen

Die Geburt Arno Schmidts aus dem Geist der Vergangenheit

„Die Moderne hat dem Menschen das Recht erkämpft, sich auszukotzen“, hat Davila gesagt. Ich nutze meine Rechte. Mein Hausgott ist gestürzt. Nicht nur die Treppe runter, das wäre bei sechs Kilo Buch schon genug, nein ganz, aus der Anbetbarkeit herausgefallen. Da habe ich also seit zwei Wochen ZT durch die Gegend gewuchtet, jetzt endlich fi/rte/letiert und den ersten Band der Studienausgabe zuhause hingelegt, einen Platz gesucht zum Lesen, Sofa besetzt, liegt schwangere Frau, Tisch ist unbequem, extra am Morgen raus, um sieben, wenn der Kopf noch frisch ist und nicht durch Nachrichten und Zeitung verklebt. Und dann zwischen den Stacheldrähten der ersten Seite durchgeschlüpft, nur ein bisschen eingelesen – also, tut mir ja leid.

Ich wäre gerne Fan von sowas, ich möchte wirklich wieder Teil einer Geistesbewegung sein – aber das hier ist schon arg geschmacksnervenaufreibend und was für die, die ihre intellektuellen Initiationsriten jetzt gerne leinengebunden zuhause stehen haben wollen. Vielleicht ist das ja die Sorte Mann, die man in weniger belesenen Kreisen als die kennt, die mit 40 endlich ihr Traummotorrad kaufen, und die jetzt den Rolling Stones von Konzert zu Konzert hinterherreisen. Weiterlesen

Milk’s a queer arrangement

Auch ich bin einst an der Hand eines freundlich bevormundenden Reader's Guide durch "Finnegans Wake" (übrigens lustig: da, wo bei Joyce kein Apostroph steht, steht bei Schmidt einer… "Zettel's Traum") marschiert und habe mich dennoch nicht ausgekannt, ein Kapitel nach dem anderen zog vorüber und kaum irgendetwas blieb in mir hängen – bis zum X. Kapitel. Da habe ich die Hand des Guides loslassen können und bin allein weitergegangen. Wow, ich verstehe Finnegans Wake!, habe ich gedacht, bis das Kapitel aus war – ab da war alles wieder beim alten, unverständlich und unendlich kompliziert und unfair und und und. 

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