Arno-Schmidt-Pastiche-Wettbewerb?

Seit Wochen liege ich jetzt auf den Knien vor dieser editorischen Großtat und bewundere die Arbeit der Herausgeber, Zettels Traum in ein solches Megabuch verwandelt zu haben, das man auf seinen Knien selbst gar nicht lesen kann. Ich liege also auf diesen Knien und lese und muss mir mit jedem Tag mehr eingestehen, – es sind nicht die Knie meines Herzens.

Das scheint bei den meisten, die zu diesem Blog beisteuern, anders zu sein. Rührend bewegt mich die Arno- Schmidt- Anverwandlungsproasa, die hier vielfach produziert wird. Ist das hier eigentlich ein Schmidt-Pastiche-Wettbewerb? Weiterlesen

Pagenstecher als „nicht zu Ende geborener Mann“

Das „Campus horrorum“ als ein „Feld der Zeichen“ zu beschreiben, ist sicher erhellend. Es klingt aber auch nach dem etwas aus der Mode gekommenen, poststrukturalistischen Jargon. Deutungen in diesem Stil führten oft dazu, die zeitgeschichtlichen Anspielungen von Texten zu ignorieren. Doch gerade in diesem Sinne sind die letzten Beobachtungen von Guido Graf und Friedhelm Rathjen so wichtig: Die Stacheldraht- und Kriegsgefangenschafts-Motivik spielt seit dem Prosaband „Kühe in Halbtrauer“ in der Tat eine auffallende Rolle bei Schmidt, und dass „Zettel’s Traum“ ausgerechnet mit dem typografischen Symbolbild des Stacheldrahts einsetzt, durch den wir als Leser gewissermaßen in Pagenstechers unendliche, selbst auferlegte Kriegsgefangenschaft mit eintreten sollen, ist wohl wirklich kein Zufall. Weiterlesen