hallo, spekulation? ein erster blick.

‘”Ich mache jetzt nur noch Scheiße”, wird Arno Schmidt in einem Tagebucheintrag seiner Frau zitiert; gemeint sind: journalistische Texte für Zeitungen.’

…das ist der erste Satz des Klappentexts von Dietmar Daths “Heute keine Konferenz”, einer Sammlung Daths eigener FAZ-Artikel. Es ist ein guter Anfang für Daths Buch, und es ist ein guter Anfang für jemanden (mich!), der Arno Schmidt nicht kennt: Dann war er also verheiratet. Und hat für Zeitungen geschrieben. Und hatte Humor. Gut. Gut zu wissen. Ich wusste es noch nicht. Im Ernst: Mir ist das neu. Ich weiß nichts über Arno Schmidt.

Weiterlesen

Die Nymphe Helanka

umflattert (der Kopf) von Schmetterlingskindern während

sie vielleicht lächelt. Der Rest steht für alle Zeiten in

Arnos Feldstecher Anno dreiundsechzig und wird von seinen Augen

liebkost. Der Neusiedler der sich mit dicken Gläsern wappnet

nennt sie Poca das heißt wenig. Die Nymphe im kunstseidenen

Badeanzug. Er Unterhemd (B-Wolle) Hosenträger am Jägerzaun

Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, lebt seit 1974 in Heidelberg. Lyriker, Übersetzer, Anthologist. Mitbegründer des »Verlags Das Wunderhorn«. Peter-Huchel-Preis 2004. Zuletzt erschienen die Anthologie (zusammen mit Michael Braun) »Lied aus reinem Nichts. Deutschsprachige Lyrik des neuen Jahrtausends«und der Gedichtband  »Museum der Ungeduld« beide im Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2010. Beteiligt sich an dem Internetforum  www.der-goldene-fisch.de.  Seit September 2010 Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Edenkoben.

Mal ganz ehrlich: „Zettel’s Traum“ hatte ich zuletzt vor einigen Jahren aus dem langsam zerfallenden Pappschuber gezogen, als es darum ging, eine konkrete anderswo zitierte Stelle zu überprüfen. Das ist das Problem mit einem Mehrkilobuch im Überformat, das eigentlich nur deshalb im Regal steht, weil es während des Studiums einmal halbwegs billig zu haben war. Damals, Mitte der Neunziger, war mir allmählich klargeworden, daß die seinerzeit noch im Haffmans Verlag publizierte „Bargfelder Ausgabe“ der Werke ungeachtet des monotonen Prospektvermerks „in Vorbereitung“ nicht so rasch mit einem gesetzten Exemplar würde aufwarten können. Und wenn es denn doch einmal klappen sollte, dürfte es kaum preiswerter werden als im Antiquariat.

Beides stimmte. Das Warten zog sich noch anderthalb Jahrzehnte hin, und selbst die broschierte Studienausgabe kostet jetzt fast 200 Euro und umgerechnet damit einiges mehr, als ich damals in D-Mark bezahlt habe. Aber nun könnte „Zettel’s Traum“ wirklich benutzbar werden, denn der erste Eindruck eines der vier „Hefte“ – wenn man das Wort angesichts einer jeweiligen Stärke von beinahe 400 Seiten gebrauchen darf – wird bestimmt von einer geradezu sagenhaften Leichtigkeit.

Weiterlesen

phalls-tough

 
denn: reicht hannover nach kentucky wär
die heide um versdecke ihrer wurzeln
kürzer (ruhts in sich) & poe wär nässer
 
 
franc hise tut ench a=mund >seen< & borges
hebbelte megalo-psychien philleicht
ins hic (prostatta!) & ins nunc-tarielle
 
 
denn dieser sonne aufgang fällt ins was sir!
closet nicht das eye-lid ins staniole
hoebelt um gorgo’s pym >osten< dativ?
 
 
“ach könntsDu ma das etym aus dem reh
lais löschen” & retiré äsen lassen
wie wie brant -braphone vivi=parusie
 
 
“und hátte ma ne figurine äste”
so wäre sie um morguen landes leichter
arch im ago putans wolken kühn
 
 
liest lust bis der piphan schlicht für stoltz gilt
ein lederriem’m cux hafen teild “nach wengen
wohligen wochen sind poe & bakkn eheleut’”

Erinnerung, sprich (III)

„ ­–) : ‚Nòch I offenes Wort Dän : hat nicht Dein FREUD die ‚wilde‘, oder auch die ‚LaienAnalyse‘, imgrunde verurteilt? Und so was Ähnliches stellsDu doch hier an: ?‘“

Jörg Drews formulierte in seinen Notizen zur Lektüre von “Zettel’s Traum”, die im nächsten “Bargfelder Boten” ausführlich nachzulesen sein werden: “Per Psychoanalyse kommen auch die Deuter in die psychoanalytische Hölle: ein Riesen-Karussel!”

Ja, Küchenpsychologische Untersuchungen oder gar Selbstanalysen anzustregen, ist riskant. Aber in welche aussichtslose Situation hatte ich mich als „Arno-Schmidt-Stipendiat“ da in Cordingen eigentlich begeben?

Nun saß ich zwar nicht direkt in Bargfeld – aber in Wahrheit gar nicht so weit davon entfernt, in einer noch dazu nur unwesentlich von Schmidts berüchtigter „Hundehütte“ zu unterscheidenden Klause, mitten auf dem platten Land. Es gab nicht einmal eine Kneipe in Cordingen ­– oder sagen wir so: Alles, was dem entfernt ähnelte, betrat man lieber gar nicht erst, um nicht in einer jähen Tiefendepressionen zu versinken.

Weiterlesen