lesenssoll (eselszoll) 1

Zettel, das ist Bottom, und Bottoms Traum muss zuunterst anfangen, etwas umdrehen und seiner Po-haftigkeit alle Ehre erweisen. Das tut er natürlich, bei AS, nun wissen wir, wie er zu Poe kam, den er lieber kurz Edgar nennt, ohne Alan, denn so viel Alan-Elan muss auf dieser Seite nicht sein. Wer als AS(s) den Po im Namen führt, ist schwer und leicht genug, um zu verpoen, sprich: das Projekt der eigenen Verpoung muss jemanden, der AS heißt, während er andere Figuren zu DP (displaced Depeschen) abkürzt, also selbst das eigene ASS betont, schon lange ein Anliegen gewesen sein, was sage ich: ein ASS-iger Wesenszug, wobei der Text huhu „der Text“ naturgemäß zu wackeln beginnt, wien spakte braucht (steht so in den Notizen, bleibt stehen, das ist der Einfluss), mindestens und ein zweites A vom anderen Poe entleiht, eben jenes des Aliens Alan, um zwischen ASS und AAS probat hin- und herschaukeln zu können, denn in den Wald gehört bekanntlich alles, ein wholehole, wie Text nicht unterdrücken kann cannot suppress limit bepoe itself not to say him-

supp-pressen oder „sich untersuppen“

ebenfalls

sogenannt naturgemäß

Alice im Wunderland, der schrecklichen Untertüte des „ich lebe neben einem Poposchreibenden, einem Verpoeer, einem Poeten, einem pooren Reev.“ Schon hisste AS, in Bottoms ASS die Fahnen und begann den nächsten Wald, den man vor Zäunen, an denen Thürmus und Bautzi-Bambi saßen, kaum sah.

Anatomische Kenntnisse

Aus verschiedenen Gründen lese ich gerade Ernst Jüngers „Kriegstagebuch 1914-1918“, herausgegeben von Helmuth Kiesel. Es handelt sich dabei um jene Aufzeichnungen, aus denen Jünger sein 1920 erschienenes „Tagebuch eines Stoßtruppführers“ modellierte, „In Stahlgewittern“.

Am 11. April 1916 notiert Jünger: „In den Gärten fand ich einen Beckenknochen, an dem noch Fetzen französischen roten Tuchs klebten. Allmählich erwirbt man hier anatomische Kenntnisse.“ Weiterlesen

D a a f’ch das?

…. also n Schmidt hätt’as sicher gefreut, >>>> so mitten innem Schmutz von mir deflohriert zu werden („innem Schmutz von mir”//„von mir defloriert”: soviel zu’n Le:s’aatn). Ich fant’as spannend mit wegjerücktem Kühlschrank und der Schicht von fuffzehn Jaahn Schmuddl drunter son weißen Fetisch apzupräservatieren un’dann noch aussem Schub(b)er zu ziehn, Band Uno, wo mit „Anna-Muh” beginnt. Aber davon über „A-nám : Mu!” zu seiner – und der meinen nunmehr – Morgenreue zu kommen, das macht ihm – Poe hätt dreie drauf gekippt – s o schnell keiner nach. Und hat, das mal zur Konstruktion (Romantechnik und so), gleich schon den zweiten Strang eröffnet. Schmidt aber hatte Alice. Sowas hab ích nich’. Hattich aber mal: Elisabeth hieß meine Perle, bis sie davonrollte, weil ich sie nicht mehr bezahlen konnte. Nun bin ich von schmidtscher Kleinrechnerei völlig unbelastet, mir sind Balzac und D’Annunzio näher:  …Auf der Schwelle
des Waldes höre ich
die menschlichen Worte nicht,
die du sagst…
, selbst wenn ich auf einen neuen Kühlschrank warte, weil der mindestens zwanzig Jahre alte davon überzeugt war, sich selbst dauerabtaun zu müssen, wozu er zuletzt mein Sizilien benutzte, so daß hier die Küche unterwasser hatte: Geschleime, Geschlieme. Mir steht ein Meer vor Augen – oben Bläue – doch unten wabendes Getier -: Weiterlesen

Unsterblichkeit mit Tina und Arno

Ich taste mich langsam heran. Einen Abend Hörspiel Brand’s Haide, in dem Ulrich Wildgruber den Nachkriegshelden gibt. Im Hintergrund kichernde Weiber. Eine geht nach Amerika (oder war es Kassel?). War zwischendurch abgeschweift. Abgeschwiffen gefällt mir eigentlich besser. Der Pappkarton mit Zettel’s Traum schlummert noch neben dem Schreibtisch. 1988 hätt’ ich gemordet dafür. Naja. Übertrieben. Aber ich kenne einen, der sich Zettel’s Traum vom Begrüßungsgeld gekauft hat. Ich glaube, das von seinem Freund musste er noch dazulegen. Weiterlesen

Pagenstecher als „nicht zu Ende geborener Mann“

Das „Campus horrorum“ als ein „Feld der Zeichen“ zu beschreiben, ist sicher erhellend. Es klingt aber auch nach dem etwas aus der Mode gekommenen, poststrukturalistischen Jargon. Deutungen in diesem Stil führten oft dazu, die zeitgeschichtlichen Anspielungen von Texten zu ignorieren. Doch gerade in diesem Sinne sind die letzten Beobachtungen von Guido Graf und Friedhelm Rathjen so wichtig: Die Stacheldraht- und Kriegsgefangenschafts-Motivik spielt seit dem Prosaband „Kühe in Halbtrauer“ in der Tat eine auffallende Rolle bei Schmidt, und dass „Zettel’s Traum“ ausgerechnet mit dem typografischen Symbolbild des Stacheldrahts einsetzt, durch den wir als Leser gewissermaßen in Pagenstechers unendliche, selbst auferlegte Kriegsgefangenschaft mit eintreten sollen, ist wohl wirklich kein Zufall. Weiterlesen