Laune

Heute will ich nur Gutes an „Zettels Traum“ finden. Das hängt mit den äußeren Umständen zusammen, in denen ich das Buch habe. Vor einigen Tagen war ich mit Kerstin Cmelka unterwegs, und sie stand Schmiere bei meinem Rad, während ich in der Schlange war. (Was las ich denn in der Schlange? Auch das war schon gut, wenn ich mich recht erinnere. Es war Eugen Onegin, Reclam, übersetzt in unregelmäßigen Versen von Kai Borowski, und zwar reizend und angemessen.) Mit dem Paket auf dem Gepäckträger gab es noch Ausflug, wir gingen ins Rumbalotte Continua, ausprobieren, ob, wo der Papenfuß arbeitet, auch andere arbeiten können, und sie können, und dann hatten sie Feierabend, und dann gingen sie nach Hause. Große Spannung ging von der Frage des Paketinhalts aus, es hätte nämlich auch das verlorengegangene Paket meiner eigenen Bücher sein können, wars aber nicht. Dann hats der Apunkt mir geholfen, alle Möbel umzuräumen, und hats Schmidtbuch aus der Folie gelöffelt, um freies Atmen zu ermöglichen. Nun eben hab ich den Kartonschuber mit einer Hand genommen (die Spanne und Kraft reichen gerade so aus, er ist für seine Größe leicht, hätte auch viel schwerer sein können; nach ein paar Metern ists zum Glück zum Absetzen) und vor mich hingestellt. Seh ich also die Rücken. Sie sehen aus wie die Rücken von Magersüchtigen.

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Bedingung für Freude an A.S.‘ Buch „Zettels Traum“ Wohnsitz in Deutschlands Ästhetik-Wüsten, Mutmaßt Zugereiste

War I a Kann in schen, un hat I feel whitez felled Jerkland um mi, don wear I very much in be gären of a such buk. If Feld hath W-Lan, dann not so much. As it is, I prefer to attempt the study of a foreign language, during which the most psychedelic of carnevals is unfolded in my head, using mostly the existing material.
(Oddly, these associations seldom seem rancid or corny. )

Ein netter Ausflug gelang mir in meinem Zimmer, bevor ich rausging ins Internet heute: David Foster Wallace's Bericht über den jährlichen Kongress der amerikanischen Pornoindustrie. Der Text heißt, wenn ich mich nicht irre, Big Red Son. (Assoziation zu Mond hier nicht falsch) In einer Fußnote recht zu Anfang klärt er in einer Fußnote, im Laufe des Texts werde er als Autor häufig der Versuchung ausgesetzt sein, zu zwinkern oder dem Leser in die Rippen zu stoßen, zwecks Würdigung eines double entendre, er werde es aber lassen, weil es nervt und der Leser ganz gut fähig ist, seine eigenen kleinen Feiern der Wortspiele zu veranstalten. Vielfältige Freude am Text, und wir stehen zum Wixen! Darauf einen Hollersaft.

Assoziation zum Mond nie falsch. Assoziation zum Mond im Gegenteil billig. Mond für jeden zu haben. (sehen) Päh! Ich spucke. Hab eben an diesen Schmidt gedacht. Kleiner Widerling. Es wird zu viel über ihn geredet. Er würde sich freuen. Fleiß zeugt Fleiß. Ich stelle mir ihn wiedergeboren als jährlich eifrig wieder aufschwellende Tomate in seinem eigenen Garten vor.