Über Stefan Mesch

Stefan Mesch, geboren 1983, schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und arbeitet an "Zimmer voller Freunde", seinem ersten Roman.

hallo, ostberlin? schmidts „das steinerne herz“.

 

Roman. Erschienen 1956.

220 Seiten (SZ-Bibliothek Bd. 98, München 2008)

Figuren / Plot:  Wikipedia (Link).  |  Goodreads (Link).

 

Mein erstes Buch von Arno Schmidt.

Und viel gefällt.

Ein sattes, reiches, bunt verspieltes Vokabular. Pointierte Sätze, alle knackig, glatt und vollgestopft wie Kinderüberraschungseierkapseln, an derem kleinteiligen Plastikzeug man lange bauen kann (oder halt nicht – so lange, wie's Spaß macht; mehr Beschäftigung/Zerstreuung als echtes Puzzle).

Schmidts Freude am Schargong. Schmidts Blicke durchs Miljö.

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hallo, wahrheit? eine enthüllung.

 

In einem der erfolgreichsten Filme der Fünfziger Jahre verkleiden sich Jack Lemmon und Walter Matthau als Nonnen und schmuggeln sich ins Konvent einer blutjungen Ordensschwester, gespielt von Marilyn Monroe. Der Film heißt "Mönche mögen's heiß" und ich war fünf, sechs Jahre sicher, dass er existiert. Wie oft "las" ich diesen Filmtitel in den serifenlosen, selbstbewussten Buchstaben der TV Movie-Filmkritiken? Immer "Mönche". Nie "Manche".

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hallo, twitter. ein denkzettelkasten.

 

Ich brauche einen grünen, dicken Leuchtstift, wenn ich lese. Pink und Orange gehen auch, doch Blau wird schwierig, das druckt durch – und Neongelb ist nutzlos, weil es unter Kunstlicht beinahe verschwindet: Man findet die Markierungen nur noch bei Tageslicht.

Bei gutem (oder fürchterlichem) Stil setze ich ein S an den Rand.

M steht für "Motiv". R für "real"/autobiografisch. P für Poetik.

FS ist "Foreshadowing" und Ü "Übersetzung".

Dazu gerne Smileys – frohe, wütende, schockierte und bedröppelte, mit Frage- und Ausrufezeichen.

Wie lange kann man ein Buch erinnern? Vier Jahre in Details? Zehn Jahre im Groben?

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hallo, spekulation? ein erster blick.

‚“Ich mache jetzt nur noch Scheiße“, wird Arno Schmidt in einem Tagebucheintrag seiner Frau zitiert; gemeint sind: journalistische Texte für Zeitungen.‘

…das ist der erste Satz des Klappentexts von Dietmar Daths „Heute keine Konferenz“, einer Sammlung Daths eigener FAZ-Artikel. Es ist ein guter Anfang für Daths Buch, und es ist ein guter Anfang für jemanden (mich!), der Arno Schmidt nicht kennt: Dann war er also verheiratet. Und hat für Zeitungen geschrieben. Und hatte Humor. Gut. Gut zu wissen. Ich wusste es noch nicht. Im Ernst: Mir ist das neu. Ich weiß nichts über Arno Schmidt.

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Hallo, Gesamtwerk? Ein Einstieg.

Wo habe ich Ethan Hawke zum ersten Mal gesehen? Wahrscheinlich in „Der Club der toten Dichter“ in den Neunzigern, im Feiertagsprogramm der ARD. Karfreitag? Samstag? Nachts? Ich weiß nicht mehr – so um den Dreh: Am selben Wochenende kam auch „Hamlet“ mit Mel Gibson. Die „toten Dichter“ waren Kitsch, aber „Hamlet“ war toll: Mir war der Plot noch neu und ich war überglücklich, dass ich ihn überhaupt verstand. Ich war 14.

Ein Jahr später sah ich Ethan Hawke noch einmal, im Kinofilm „Gattaca“, und dann noch einmal im Dezember 2000, in der Hauptrolle einer „Hamlet“-Neuverfilmung. Im Herbst 2001 stand Hawke dann zwischen meinen Amazon-Empfehlungen: Er hatte mit 26 einen Roman über das Liebesleben eines jungen Schauspielers geschrieben, „Hin und weg“; ich habe ihn gekauft, gelesen, sehr gemocht und an alle Freunde empfohlen. 4 von 5 Sternen! Ein schöner Zufall. Ein guter Fund.

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