Über Stefan Mesch

Stefan Mesch, geboren 1983, schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und arbeitet an "Zimmer voller Freunde", seinem ersten Roman.

hallo, roman! (warum ich schmidt kickte.)

Die zehn – satten, stillen, sonnigen – Tage Anfang Oktober, an denen ich täglich Arno Schmidt las und darüber schrieb, gehörten zu den schönsten (und entspanntesten) des Jahres: Ich habe diesem Autor, diesem Werk nicht viel zu sagen. Die Stimme / die Themen / die Poetologie sind weit, WEIT weg von allem, was mir wichtig ist, und „Zettel’s Traum“ erschien mir als Geduldsspiel, Fleißaufgabe, Strafarbeit… ein Zeit-Vertreib im freud- und sinnlosesten Sinne.

Mache ich weiter? Hänge ich mich rein?

Reibe ich mich an diesem Kauz (und seinen Fans/Apologeten) noch eine Weile wund?

…die Frage stand sehr früh (und ziemlich lange) im Raum: Bin ich hier richtig? Soll ich noch weiter bloggen? Weiterlesen

hallo, literaturkritik? ein cluster.

 

Arno Schmidt ist 'der Intellektuelle als Proletarier', Arno Schmidt ist 'ein Schuss reiner Energie' und 'der kühnste Pionier der neuen deutschen Epik', Arno Schmidt ist 'einer der wenigen echten Nachfahren der Romantiker', Arno Schmidt ist 'Moralist', Arno Schmidt ist 'groß', Arno Schmidt ist 'ein monumentaler Ich-Sager' und 'die Verweigerung, sich an eine Ordnung zu halten', Arno Schmidt ist 'eine Präsenz, keine ganz angenehme, aber entschieden originell und kühn'.

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hallo, ekliges deutschland? schmidts „seelandschaft mit pocahontas“

 

Erzählung. Erschienen 1955.

79 Seiten (S. Fischer-Ausgabe, Frankfurt am Main 2001)

Figuren / Plot:  Wikipedia (Link)  |  Goodreads (Link)

Mein zweites Buch von Arno Schmidt.

Arno Schmidt "macht es dem gutwilligen Leser sehr leicht, wenn nur die Hemmschwelle erst überwunden ist. Dann ist Schmidt witzig, spannend, amüsant, unterhaltsam und belehrend; subtil und doch bodenständig; weder feinsten Sprachspielen noch gröbsten Kalauern abgeneigt; ein umgänglicher Avantgardist", bloggt André Möller hier (Link).

Es stimmt: Schmidt ist kein "schwerer" Autor; das Schmidtlesen macht wenig Mühe, der grüne Leuchtstift hat sehr viel zu tun, denn jeder Satz ist ein Bild. Ein Scherz. Eine Gedankenpirouette. Ein Verweis. In jede Richtung darf man graben, aber aus keiner kommt schweres Geröll, in dem man stecken bleiben muss.

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hallo, mehrwert? eine auswahl.

 

Arno Schmidt schreibt in "Seelandschaft mit Pocahontas" über das Lesen:

"Im Leben kann man höchstens 100 Autoren richtig kennenlernen, mehr Zeit hat man nicht…"

Er fordert auf, schlechte und unwichtige Autoren wegzulegen. So schaut der Ich-Erzähler Joachim, ein ärmlicher Schriftsteller und Weltkriegsveteran, "seinem Mädchen" kurz dabei zu, wie sie ein frommes Büchlein liest, das (reale) "Gott weiß den Weg" von Günther Schmieder.

"und ich schlug misstrauisch auf : '… wie eines atmend Fischlein Kiemen …..' owehoweh !"

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